Prozess der Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen - auch in unserer Kirchengemeinde

In der vergangenen Woche hat unser Bischof Dr. Felix Genn den Gremien der Kirchengemeinden sowie den Seelsorgerinnen und Seelsorgern ein Schreiben zukommen lassen, in dem er einen Prozess der Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen ankündigt.

Schon in den vergangenen Jahren haben die Gremien und das Seelsorgeteam unserer Kirchengemeinde nicht nur darüber geredet und diskutiert, sondern konkrete Schritte in Richtung Weiterentwicklung und Neustrukturierung der Pastoral auf den Weg gebracht.

Folgende Beispiele sollen das verdeutlichen:

  • Neustrukturierung der Katechese (Erstkommunion/Firmung),
  • Neustrukturierung der Gottesdienstordnung und Gottesdienstangebote,
  • Neustrukturierung der Gremienarbeit (hier sei besonders das Pfarreiteam genannt),
  • Neuordnung der Pfarrverwaltung und Seelsorge (Pfarrbüros/Verbundleitung/hauptamtliches Personal),
  • Umstrukturierung der Immobilien unter Aufgabe vieler bisheriger Immobilien (Kindergärten, Pfarrheime, Jugendzentren) zugunsten entsprechend zeitgemäßer und angepasster Einrichtungen.

Mit dem bald anstehenden Weggang von Pfr. Francis und Pfr. Dr. Schneider vor den Sommerferien wird es nochmals Veränderungen geben müssen, die der Situation im Seelsorgeteam, aber auch der Entwicklungen der letzten Zeit Rechnung tragen. Da ist es gut, dass auch unser Bischof zum Nachdenken und konkreten Handeln hinsichtlich der Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen einlädt. Wir werden zu dieser Thematik nach dem Sommer - wenn es die Corona-Entwicklung zulässt - zu einer Pfarrversammlung mit Diskussion einladen. Als Impuls kann der folgende Artikel und der angefügte Link zum Brief des Bischofs dienen...

 

 

Auch in Zukunft lebendig Kirche sein

Im Bistum Münster soll es einen Prozess zur Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen geben. Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 11. Mai in einem Schreiben angekündigt. Der Prozess soll unter Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen, mit den Räten und Gremien, auf diözesaner, regionaler und pfarrlicher Ebene durchgeführt werden und bis Ende 2022 zu Ergebnissen kommen.

„Im Kern bewegt mich die Sorge, wie wir als Bistum Münster in Zukunft lebendig Kirche sein wollen und können, selbst wenn unsere personellen und wirtschaftlichen Ressourcen deutlich schwinden. Dabei geht es um nichts weniger als um die Frage, wie wir auch unter anderen Vorzeichen christliches Leben in unserer Gesellschaft sichtbar gestalten“, schreibt der Bischof. Er erinnert daran, dass im Bistum Münster in den letzten Jahren durch die Entwicklung des Diözesanpastoralplans und durch die lokalen Pastoralpläne das kirchliche Wirken vor Ort mit den jeweiligen strukturellen Gegebenheiten und ihren pastoralen Anforderungen in Verbindung gebracht worden sei. Zudem habe der Diözesanrat bereits 2019 Festlegungen zu den Prioritäten und Posterioritäten der Seelsorge im Bistum Münster erstellt und ebenfalls 2019 seien die Überlegungen zu den verschiedenen Leitungsformen von Pfarreien und Gemeinden veröffentlicht worden. Ziel sei es dabei immer, „das Wort Gottes menschennah zu verkünden“, betont der Bischof.

Diese Weiterentwicklung sei vor dem Hintergrund von Entwicklungen notwendig, die durch statistische Zahlen untermauert würden, schreibt der Bischof. So wiesen die Zahlen der Katholiken, der Gottesdienstbesucher und der Feier der Sakramente deutlich Rückgänge auf. „Gleichzeitig werden wir bei allen pastoralen Berufsgruppen in den kommenden Jahren einen signifikanten Rückgang erleben. Nachwuchs ist nur begrenzt in Sicht“, macht Bischof Genn deutlich. Innerkirchliche Vorgänge, Vorgaben und Entwicklungen gingen weder an den Kirchenmitgliedern noch an den sich freiwillig Engagierenden und an den hauptamtlich Mitarbeitenden spurlos vorüber. Und alle diese Entwicklungen vollzögen sich zudem vor dem Hintergrund schwindender finanzieller Ressourcen. „Die Zusammenschau all dieser Faktoren verdeutlicht, dass wir einmal mehr vor der Herausforderung stehen, wie die Seelsorge in unserem Bistum gestaltet werden kann“, betont der Bischof.

Dabei lägen hinsichtlich einer konkreten Ausgestaltung der künftigen Strukturen noch keine festgeschriebenen Ergebnisse vor. „Dazu bedarf es neben der Leitungsentscheidung und Führungsverantwortung auch Ihrer Beteiligung und Partizipation als Handelnde vor Ort“, schreibt der Bischof. Die Bistumsleitung sei dabei, für den weiteren Prozess erste Skizzen und Überlegungen als Gesprächsgrundlage vorzubereiten. Bischof Genn: „Fragen, die uns dabei beschäftigt haben, sind unter anderem, in welchen räumlichen Strukturen wir unser pastorales Handeln in der Fläche unseres Bistums gewährleisten können, wie wir unsere gemeinsame Verantwortung von freiwillig Engagierten und hauptberuflich Tätigen in der Pastoral weiterentwickeln wollen und nicht zuletzt wie wir unsere lokalen Infrastrukturen, kirchlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen gestalten müssen.“ Der Bischof bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es in der zweiten Jahreshälfte möglich sein wird, bei Präsenzveranstaltungen über diese Fragen mit den Hauptamtlichen und ehrenamtlich Engagierten ins Gespräch zu kommen.

Den Auftakt sollen die Räte- und Gremientreffen auf diözesaner Ebene im Herbst bilden. Parallel dazu werden im Herbst Veranstaltungen auf Kreis- bzw. Stadtdekanatsebene und im Offizialatsbezirk Oldenburg durchgeführt werden. Und auch der Tag der Seelsorgerinnen und Seelsorger Ende November wird sich diesem Thema widmen.

 

Brief des Bischofs zur Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen